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Aus einer gesellschaftlichen Utopie wird Wirklichkeit

Erniedrigende Arbeitsbedingungen, Schmutz, Kleinbürgertum und Konkurrenzdenken: Es sind die sozialen Fragen der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts, die den Fabrikbesitzer und Intellektuellen Jean-Baptiste André Godin auf einen utopischen Gedanken bringen: Was wäre, wenn Arbeiter mit ihren Familien solidarisch unter guten Bedingungen gemeinschaftlich wohnen, arbeiten, lernen und einkaufen könnten?

 

Das Wohnkonzept des Familistère de Guise

Gedacht, getan: Für die Mitarbeiter seiner Ofenfabrik im nordfranzösischen Guise erbaut Godin 1860 einen Gebäudekomplex, der bis heute in seiner Art einzigartig ist: das Familistère in Guise in Nordfrankeich. Drei Wohnpavillions, die insgesamt 500 Wohnungen umfassen, zwei Schulen, ein Kindergarten, ein Bade- und Waschhaus sowie Geschäfte mit allem, was man im Alltag brauchte, und die von den Bewohnern selbst bewirtschaften wurden. Außerdem gibt es ein Theater sowie grüne Gärten. Eine Stadt im Miniaturformat entsteht. Auch Godin selbst zog damals hier ein. Noch heute sind einige der Wohnungen bewohnt.

 

Entdecken Sie das Museum und das Leben im Familistère damals und heute

Die Dauerausstellung „Vom Schloss der Herzöge bis zum Palast für die Gesellschaft: das Familistère in der Stadt“ beschreibt die Idee und ihre Entwicklung von der sozialen Utopie bis zur Wirklichkeit. Sie können die Wohnung von Jean-Baptiste André Godin, das Bade- und Waschhaus sowie den zentralen Pavillon mit der öffentlichen Infrastruktur und die Gärten besuchen. Außerdem zeigt das Museum zahlreiche temporäre Ausstellungen.
Lebhaft ist das Familistère dank des Tourismus auch heute: In den Restaurants und im Café des Gebäudekomplexes können Besucher heute wie die Bewohner damals zu Mittag essen.
Für die kulturelle Untermalung ist das Theater perfekt: Nach seiner Renovierung bietet es wieder Lebensqualität, Unterhaltung und eine hervorragende Akustik wie vor 150 Jahren. Hier finden sie die Theater-Aufführungen der aktuellen Saison. Tickets für Gruppen können gebucht werden.

 

Wer war Jean-Baptiste André Godin (1817 – 1888)?

Geboren 1817 als Sohn eines Schmiedes wächst Jean-Baptiste André Godin in Nordfrankreich in bescheidenen Verhältnissen auf. Schon mit elf verlässt er die Dorfschule, um im Betrieb seines Vaters und auf den Feldern zu helfen. Als Schmied arbeitet Godin später unter anderem in Paris, Bordeaux und Lyon. Die Gesellschaft seiner Zeit enttäuschte ihn. Denn er empfindet die Arbeits- und Lebensbedingungen als erniedrigend. Deshalb beschäftigen ihn die sozialen Fragen seiner Zeit mehr und mehr.

 

Die Philosophie der Wohngenossenschaft entsteht

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt der französische Theoretiker und Reformer Charles Fourier die frühsozialistische Idee einer Produktions- und Wohngenossenschaft namens Phalansterium, in dem Menschen gemeinschaftlich wohnen, arbeiten und konsumieren. Wie eine Miniaturstadt stellt er sich diesen Gebäudekomplex vor: mit öffentlichen Einrichtungen wie einer Bibliothek, Gärten und Geschäften in dem einen Bereich sowie Wohnungen in dem anderen Flügel. Ziel ist die Vergemeinschaftlichung von Arbeit und Kapital. Damit steht diese Art zu denken in krassem Kontrast zu Kleinbürgerlichkeit und Konkurrenzdenken.

 

Von der Idee zum bewohnten Familistère

Schon in den 1840er Jahren ist Jean-Baptiste André Godin von dieser sozialen Utopie begeistert. Er bezeichnet sich selbst als „phalanstérien“. 1846 gründet er eine eigene Ofenfabrik in Guise, nur 15 Kilometer von seinem Heimatdorf entfernt. Die Firma zählt bald knapp 200 Mitarbeiter. 1857 erwirbt er das große Grundstück an den Ufern des Flusses Oise in Guise. Die Fläche liegt genau gegenüber seiner Ofenfabrik. Hier konzipiert er in Anlehnung an Fouriers Phalansterium das „Familistère de Guise“, das 1860 eröffnet.

 

Praktische Informationen für Reisegruppen ab 20 Personen

 

Öffnungszeiten des Museums

Täglich von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Von November bis Februar montags sowie von Heiligabend bis Anfang Januar geschlossen.

 

Kontakt für Reservierungen für Gruppen ab 20 Personen

Eine Besichtigung des Familistère ist sowohl individuell als auch als geführte Tour mit einem Guide des Familistère möglich.
Reservieren Sie Ihren Besuch für Gruppen immer – mit oder ohne geführte Tour bzw. Theaterbesuch – einen Monat vor der Reise:
Service réservations (Reservierungsabteilung) Familistère de Guise
E-Mail: reservation [at] familistere.com oder servicecommercial [at] familistere.com
Tel.: 0033 (0)3 23 61 35 36 oder 0033 (0)3 23 61 89 31

 

Ticket-Preise für Gruppen ab 20 Personen

Eintritt: 7 Euro pro Person; freier Einritt für den Busfahrer und eine Begleitperson der Gruppe
Führung: zwischen 50 und 70 Euro, je nach Gruppengröße
Gruppenbesichtigungen mit geführter Tour (ca. 2,5 Stunden insgesamt):
Die Museumsführer des Familistère bieten einstündige Führungen für Reisegruppen ab 20 Personen zur Geschichte des Gebäudes und Idee Godins sowie zum Leben und Alltag seiner Bewohner an. Es gibt außerdem mehr als zehn verschiedene Themenführungen. Das Museum berät sie gern und richtet sich nach den Wünschen Ihrer Kunden.
Nach der Tour können Ihre Kunden das Museum individuell besuchen. Wir empfehlen Ihnen, hierfür mindestens 1,5 weitere Stunden für das Familistère einzuplanen.

 

Mittagessen im Familistère

Die Kantine des Familistère ist von 11.00 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet.
Darüber hinaus gibt es zwei Gaststuben mit jeweils 80 Plätzen. Hier werden regionaltypische Gerichte auf großen Platten serviert, Speisekarte auf Anfrage.
Preis: zwischen 17 und 25 Euro pro Person
Bei schönem Wetter ist ebenfalls ein Picknick in den Gärten der Anlage möglich.
Reservierung unbedingt notwendig.

 

Anfahrt & Parkmöglichkeiten

Le Familistère de Guise
Place du Familistère de Guise
02120 Guise

 

Guise liegt auf halbem Weg zwischen Reims und Lille in Nordfrankreich und ist über verschiedene Autobahnen gut zu erreichen.
Reisebusse können zum Aus- und Einsteigen Ihrer Kunden direkt vor dem Gebäude halten. Zum Parken nutzen Sie bitte einen der Parkplätze in der Umgebung: den Parkplatz neben dem ehemaligen Bahnhof von Guise (gegenüber der Polizeistation) oder den Parkplatz im Ortszentrum in der Straße „Rue du Jeu de Paume“.

 

Hier finden Sie einen Lageplan mit den Haltemöglichkeiten zum Aus- und Einsteigen.

 

Ausführliche Informationen in französischer Sprache für Gruppenreservierungen und einen Plan des Familistère de Guise finden Sie hier.
Weitere allgemeine Informationen finden Sie auf der französischsprachigen Website des Familistère unter www.familistere.com.