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Am Zusammenfluss des Thérain und des Avelon gründete sich bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. der kleine Marktflecken Caesaromagus, der „Markt Cäsars“. Später wird der Ort, ebenfalls noch in der Römerzeit, in „Civitas Bellovacorum“, die Stadt der Bellovaker, umbenannt. Davon leitet sich der heutige französische Name Beauvais ab. Ähnlich wie in der Römerstadt Senlis können Sie die gallo-romanische Stadtmauer aus dem 4. Jahrhundert  noch heute im Stadtzentrum besichtigen.

 

Beauvais ist bereits seit dem frühen Mittelalter Bischofssitz und spätestens seit Mitte des 17. Jahrhunderts international bekannt für seine Wandteppich-Manufaktur. Seit 2012 ist Beauvais als „Ville d’art et d’histoire“, Stadt der Kunst und der Geschichte, ausgezeichnet. Folgen Sie uns auf eine Reise durch 2.000 Jahre Geschichte.

Kathedrale Saint-Pierre: Das höchste Kirchengewölbe der Welt

Nicht zu übersehen ist die Kathedrale Saint-Pierre im Stadtzentrum. Denn ihr Chor ist mit 48,5 Metern das höchste Kirchengewölbe der Welt. Obwohl die Kathedrale zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet und nie vollendet wurde, ist sie weltweit einzigartig. Sie ist eines der bedeutendsten Bauwerke der französischen Gotik. Bereits seit 1840 ist die Bischofskirche des Bistums Beauvais als „monument historique“, als historisches Monument, klassifiziert.

 

Zweimal eingestürzt: Die bewegte Geschichte der Kathedrale Saint-Pierre

Das 13. Jahrhundert war die Blütezeit des gotischen Architekturstils in Frankreich: In dieser Zeit entstanden auch die weltberühmten Kathedralen von Amiens, Chartres und Reims. Auch der Bischof von Beauvais plante ab 1225 einen Neubau der Kathedrale. Modern und einzigartig sollte sie werden, in Höhe und Größe unübertroffen. Zwanzig Jahre feilte man an den ehrgeizigen Plänen, bis die Konstruktion 1247 schließlich begann. Doch schon 1284 stürzte der Bau zum ersten Mal ein.

 

Der Wiederaufbau mit verbesserter Statik dauerte Jahrzehnte. In der Zwischenzeit begann der Hundertjährige Krieg zwischen Frankreich und England. Deshalb konnten die Bauarbeiten erst im Jahr 1500 erneut beginnen. Doch 73 Jahre später stürzte der frisch gebaute Vierungsturm der Kathedrale in sich zusammen. Dabei wurden das Querschiff und der Chor schwer beschädigt. Während der Reparaturarbeiten begann der Religionskrieg in Frankreich und so wurde die Kathedrale nie vollendet. Bis heute hat die Bischofskirche Saint-Pierre daher keinen Vierungsturm. Auch das Langhaus wurde nie errichtet. Stattdessen sehen Sie an dieser Stelle noch heute etwas ganz Besonderes: den Westteil der alten, frühromanischen Kathedrale aus dem 10. Jahrhundert.

Unbedingt sehenswert: Die astronomische Uhr

Versteckt in einer Seitenkapelle der Kathedrale Saint-Pierre entdecken Sie ein Meisterwerk der Präzision: eine 12 Meter hohe astronomische Uhr aus dem 19. Jahrhundert. Bestehend aus 90.000 Einzelteilen und 15 Motoren zeigt sie seit mehr als 150 Jahren die Jahreszeiten, das Datum, Mond- und Sonnenfinsternisse sowie die Gezeiten an. Mehrmals am Tag erwacht die filigrane Uhr zum Leben und bringt mit Musik und Licht die Herzen ihrer kleinen und großen Besucher zum Strahlen und Staunen.

Unser Event-Tipp: Im Sommer wird die Kathedrale zur Leinwand

Von Juni bis September erstrahlt die Fassade der Kathedrale Saint-Pierre bei Sonnenuntergang in neuem Glanz. Mit Musik untermalt erzählt eine Lichtershow in animierten Bildern die Stadtgeschichte von Beauvais. Die Lichtershow findet am Wochenende zweimal hintereinander statt und dauert jeweils ca. 30 Minuten. Erkundigen Sie sich am besten bei der Tourist-Information vor Ort nach den genauen Wochentagen und Uhrzeiten während Ihrer Zeit in Beauvais.

 

Öffnungszeiten & Besichtigungen der Kathedrale Saint-Pierre

 

Adresse & Kontakt:

Cathédrale Saint-Pierre
Rue Saint-Pierre
60000 Beauvais
Tel.: 0033 (0)3 44 48 11 60
Internetseite Kathedrale von Beauvais

 

Öffnungszeiten:

Vom 1. November bis 31. März:
10.00 Uhr bis 12.15 Uhr sowie von 14.00 Uhr bis 17.15 Uhr

Vom 1. April bis 31. Oktober:
10.00 Uhr bis 18.15 Uhr

 

Astronomische Uhr:

Die astronomische Uhr in Aktion erleben können Sie täglich um 10.30 Uhr, 11.30 Uhr, 14.30 Uhr, 15.30 Uhr und 16.30 Uhr sowie von April bis Oktober zusätzlich um 12.30 Uhr und 13.30 Uhr.

Der Eintritt in die Kathedrale ist kostenfrei.

Besichtigung der astronomischen Uhr: 5 Euro pro Person (Gruppentarife auf Anfrage)

Stiftkirche Saint-Etienne

Nur 400 Meter südlich der Kathedrale Saint-Pierre am Rande des Stadtzentrums können Sie einen weiteren bedeutenden Sakralbau Frankreichs besichtigen: die Pfarrkirche Saint-Etienne. Seit 1846 ist sie ebenfalls als „monument historique“, als historisches Monument, ausgezeichnet.

 

Das Kreuzrippengewölbe im Inneren stammt aus dem 12. Jahrhundert. Somit ist es eines der ersten Rippengewölbe in Nordfrankreich. Sehenswert ist auch die reiche Ausstattung der Stiftkirche Saint-Etienne mit ihren zahlreichen Holz- und Steinskulpturen sowie den Glasmalereien aus dem 16. Jahrhundert. Beeindruckend ist vor allem das große Jesse-Fenster, das den Stammbaum Jesu ausgehend von Jesse, Davids Vater, darstellt.

Die Kirche Saint-Etienne ist von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet und kann kostenfrei besichtigt werden.

Maladrerie Saint-Lazare: Ein Krankenhaus aus dem 12. Jahrhundert

Architektonisch spannend ist auch das ehemalige Krankenhaus für Leprakranke aus dem 12. und 13. Jahrhundert mit seinem vom Mittelalter inspirierten Garten im Innenhof. Heute ist hier das Kulturzentrum von Beauvais untergebracht, das Sie von April bis September von Dienstag bis Sonntag zwischen 11.00 Uhr und 18.00 Uhr besuchen können.

Frankreichs Manufaktur für Wandteppiche

Bereits im Mittelalter ist Beauvais eine in Frankreich berühmte und deshalb damals sehr wohlhabende Tuchmacher-Stadt. Feinste zum Teil aus England importierte Wolle wird hier gewebt. Von der Champagne bis zum Mittelmeer finden die edlen Stoffe reißenden Absatz. Deshalb erhält Beauvais auch schon im Jahre 1099 das Stadtrecht. Als sich zum Ende des Mittelalters hin auch flämische Teppichweber hier niederlassen, gründet Colbert, Finanzminister des Sonnenkönigs Ludwig XIV, 1664 die königliche Teppichmanufaktur von Beauvais.

 

Heute ist die nationale Manufaktur für Wandteppiche im ehemaligen Schlachthof in der Rue Henri-Brispot Nr. 24 untergebracht. Ein Dutzend Handwerkskünstlerinnen und -künstler weben hier die feinsten Teppiche. Geführte Gruppenbesichtigungen der Manufaktur sind auf Anfrage möglich. Wenden Sie sich dafür gern an die Tourist-Information von Beauvais.

Kunst & moderne Architektur im Quadrilatère

Einst war hier die staatliche Galerie der Wandteppiche zu Hause, doch heute spannt dieses Museum den Bogen viel weiter: Denn das Gebäude ist von Architekt André Hermant (Vereinigung zeitgenössischer Architekten) ganz im Stil der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts konzipiert – auf den Mauern eines ehemaligen Forums aus der Römerzeit. So lässt diese Verbindung aus alt und neu einen spannenden Dialog zwischen traditioneller und moderner Kunst entstehen. Das Quadrilatère zeigt viele verschiedene temporäre Ausstellungen von der Antike bis in die Neuzeit in allen Formen der Kunst. Ein- und Aussichten rund um die Stadt und ihre berühmte Kathedrale sind natürlich auch dabei.

 

Kontakt & Öffnungszeiten des Quadrilatère

Le Quadrilatère
22 rue Saint-Pierre
60000 Beauvais
Tel.: 0033 (0)3 44 15 67 00

Freier Eintritt. Geöffnet ist die Galerie von Dienstag bis Freitag von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

Kunstmuseum MUDO

Am Fuße der Kathedrale von Beauvais liegt das Kunstmuseum des Départements Oise, das Musée de l’Oise. Oder kurz: MUDO. Schon die Geschichte und die Architektur des Museums sind bemerkenswert. Denn das MUDO ist im ehemaligen Bischofs- und Grafschaftspalast von Beauvais zu Hause, das später zum Justizpalais und schließlich Ende des 20. Jahrhunderts zum Museum wurde. Die Kunstsammlung, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg neu in Szene gesetzt: Italienische Barockkunst, Werke von Thomas Couture, Keramiken von Auguste Delaherche sowie zeitgenössische Kunst stehen im Mittelpunkt der Themenausstellungen. 30.000 Werke zeigt das MUDO das ganze Jahr über im Rahmen seiner Dauer- und temporären Ausstellungen.

 

Kontakt & Öffnungszeiten des MUDO

Musée de l’Oise

1, rue du musée

60000 Beauvais

Ein Kontaktformular finden Sie auf der Internetseite des Museums.

Öffnungszeiten: täglich außer dienstags von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Kontakt der Tourist-Information in Beauvais für Reiseveranstalter

Für die Planung Ihres Programms steht Ihnen die Tourist-Information zur Verfügung und unterstützt Sie bei der Organisation Ihrer Gruppenreise.

 

Office de Tourisme de Beauvais
1 Rue Beauregard
60000 Beauvais
Tel.: 00 33 (0)3 44 15 30 34
E-Mail: groupes.beauvaisis [at] visitbeauvais.fr
Internetseite Tourist-Information Beauvais

 

Deutschsprachige Guides können Sie ebenfalls über die Tourist-Information oder auf hier auf unserer Seite mit einer Liste deutschsprachiger Guides in Nordfrankreich anfragen. Eine Broschüre für Gruppenreisen nach Beauvais finden Sie hier in französischer Sprache zum Download.

Anreise & weitere Highlights in Ihrer Nähe

Ca. 1 Stunde nördlich von Paris oder ca. 1 Stunde südlich von Amiens liegt Beauvais an den Autobahnen A1 und A16 und ist somit aus allem Himmelrichtungen gut und schnell zu erreichen. Auch mit dem Zug sind Sie entlang der Strecke Paris-Amiens schnell in Beauvais.

 

Von Beauvais empfehlen wir Ihnen ebenfalls einen Ausflug ins nahegelegene Compiègne mit seinem luxurösen Schloss Compiègne und dem berühmtem Eisenbahnwaggon, in dem 1918 der Waffenstillstand von Compiègne unterzeichnet wurde. Oder aber Sie orientieren sich nach Westen und besuchen nach einer ca. 30 minütigen Busfahrt mit Ihren Kunden das Rosendorf Gerberoy.